Das entwickelt sich irgendwie. Da hab ich mir grad ein Weißbier aufgemacht. Und komm vom Biedermeier aufs Idyll. Ja, so war das.

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Idyll

Wenn wir um unsern rauhen Tisch,
Genossin, ich und du,
Des Abends traut zusammen sind,
Du häkelst, ich schau zu –
Du plauderst drein erinnerungsvoll
Von deinem ersten Schatz:
Ich lausche deiner Stimme nur,
Versteh nicht Wort noch Satz –
Und freue mich im Herzen drin,
Daß ich um dich geworben –
Was morgen kommt, was heute war,
Ist sanft in mir erstorben.

© Ludwig Scharf

(1864 – 1938), deutscher Lyriker, sein Gedichtband »Lieder eines Menschen« gilt als eines der wichtigsten lyrischen Werke des Naturalismus

Quelle: Ludwig Scharf »Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel. Lieder eines Menschen (1905)«, hg. v. Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Bielefeld, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Aisthesis Verlags

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